Historienspektakel Schweden erobern den Königstein

von Anett Lentwojt, 15. Juni 2022

Schweden stürmen den Königstein
Erstürmung der Festung Königstein © Festung Königstein
Sächsische Schweiz-Schweden erobern Festung Königstein
Truppenparade auf dem Paradeplatz der Festung Königstein© Festung Königstein
Schweden stürmen den Königstein
Sächsische Schweiz-Schweden erobern Festung Königstein

Was passiert beim Historienspektakel Schlacht um den Königstein? 

Kanonendonner dröhnt durch das Elbtal. Schwedische Soldaten belagern den Königstein. Sächsische Musketiere verteidigen den Königstein gegen zügellose schwedische Landsknechte. 1639 belagern schwedische Truppen den Königstein. 

Dreihundert Darsteller in historischen Kostümen stellen die Schlacht nach. Zwanzig historisch uniformierte Gruppen aus Sachsen, Brandenburg, Bayern, Baden-Württemberg und Niedersachsen sowie aus Tschechien, den Niederlanden und Großbritannien reisen für das Event an. Mit Zelten aus weißen Stoffbahnen errichten sie auf dem Plateau des Königsteins ein historisches Heerlager und geben bereits ab Freitagnachmittag einen Einblick in den militärischen und zivilen Alltag der damaligen Zeit: Kochen am offenen Feuer, Schmieden von Waffen, Näharbeiten und mehr.

Was war der Anlass für den Angriff der Schweden auf Sachsen?

Seit 1618 tobt der Dreißigjährige Krieg im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation und in Europa. Fanatische religiöse Gruppen beginnen diesen Krieg. In dessen Folge etwa 40 % der Gesamtbevölkerung in Europa ums Leben kommen.

Der schwedische König ist 1634 in der Schlacht bei Lützen gefallen. Das Militärbündnis von Sachsen mit König Gustav Adolf von Schweden ist geplatzt.  

Kurfürst Johann Georg I. wechselt die Seiten und schließt sich den katholischen kaiserlichen Truppen an. Als Dankeschön erhält er die beiden Lausitzen. Das sollte der letzte große Landgewinn in der Geschichte Sachsens werden. 

Wie rächen sich die Schweden?

Ab 1636 fallen sie in Sachsen ein. Sie plündern und brandschatzen das Land. 1637 erstürmen sie Meißen und äschern die Stadt ein. 

Im Jahr 1639 ziehen schwedische Truppen unter Feldmarschall Johan Banér von Pirna kommend am Königstein vorbei nach Böhmen. Sie legen beide Orte in Schutt und Asche. Eine Erstürmung der Festung fand allerdings nie statt.

Was war die Folge?

Sachsen war ausgeplündert. Gehöfte und Felder waren zerstört. Hunger und Elend allerorten. 1645 schließt Johann Georg I. einen Neutralitätsvertrag in Kötzschenbroda mit dem schwedischen General Königsmark ab. Für Sachsen ist damit der Dreißigjährige Krieg zu Ende. In der friedenskirche in Altkötzschenbroda ist der Tisch, an den der Vetrag unterzeichnet wurde, zu sehen.

Hobbydarsteller versetzen uns ins 17. Jahrhundert zruück

Das Historienspektakel ist Teil einer Veranstaltungsreihe der Festung Königstein

Am Sonnabend, 10:45 Uhr, marschieren alle Gruppen gemeinsam auf dem Paradeplatz auf. Um 11 Uhr wird das Wochenende mit der Vorstellung der Einheiten offiziell eröffnet. Anschließend beginnen die Musketier- und Pikeniervorführungen. Lautstarker Höhepunkt ist am Sonnabend und Sonntag jeweils 14 Uhr die einstündige „Erstürmung der Festung“.

Für die Veranstaltung gilt der reguläre Festungseintritt. Die Festung ist von 9 bis 18 Uhr geöffnet. Da während der Darstellungen Kanonen und Musketen knallen, empfehlen die Veranstalter einen Gehörschutz. Gäste mit Hunden werden gebeten, sich nicht in unmittelbarer Nähe der Schießvorführungen aufzuhalten.

 

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