Kulturpalast Dresden - Architektur als Auftrag

von Anett Lentwojt, 25. April 2017

Stadtführung Dresden Architektur
Der Kulturpalast Dresden in der Ausstellung im Stadtmuseum Dresden.© KDD
Stadtrundgang Dresden Architektur
Das Emblem befand sich im Festsaal im Kulturpalast© KDD
Stadtführung Dresden Altstadt Kulturpalast
Veranstaltung im Kulturpalast Dresden© KDD
Stadtführung Dresden Altstadt Stadtmuseum
Das Interesse der Dresdner ist hoch. Die Ausstellungseröffnung im Stadtmuseum Dresden.© KDD
Stadtführung Dresden Architektur der DDR
Der Kulturpalast sollte des "Haus der Partei" werden und eine neue Höhendominante in der Stadt bilden.© KDD
Stadtführung Dresden Architektur
Stadtrundgang Dresden Architektur
Stadtführung Dresden Altstadt Kulturpalast
Stadtführung Dresden Altstadt Stadtmuseum
Stadtführung Dresden Architektur der DDR

Der Festsaal im Stadtmuseum war überfüllt, als am Wochenende die Ausstellung „Der Kulturpalast Dresden - Architektur als Auftrag“ eröffnet wurde. Die Ausstellung begleitet die Neueröffnung des Kulturpalastes in den nächsten Tagen. Die Ausstellung im Stadtmuseum Dresden ist vom 22.04.-17.09.2017 zu sehen.

Gleich am Eingang im Treppenhaus des Stadtmuseums liegt das 4m große Emblem der DDR aus dem Festsaal des Kulturpalastes auf der Erde. 2012 wurde es in die Sammlung des Stadtmuseums übernommen und wegen seiner Größe wird es selten zu sehen sein. Frau Dr. Erika Eschebach, die Direktorin des Stadtmuseums Dresden wirft gleich zu Beginn eine interessante Frage auf: „Was ist ein Kulturpalast?“ 1969 fertig gestellt, ist das Gebäude architektonisch in die Nachkriegsarchitektur einzuordnen. Ursprünglich wurde das Haus zum 20. Jahrestag der DDR eröffnet. Das Gebäude stand für die Verwirklichung  gesellschaftlicher Ideale, ein Palast gefüllt mit Kultur. Das Haus bildete ein neues Zentrum in der zerstörten Stadt. Der Kulturpalast wurde politischer Mittelpunkt, wenn die Politveranstaltungen der SED oder die Jugendweihen stattfanden. Er wurde Präsentationsbühne für die Demonstrationen am Jahrestag der DDR mit dem aufgeweiteten Altmarkt im Vordergrund im Oktober und ebenso Kulisse für die Maiaufmärsche auf der Wilsdruffer Straße, früher Ernst-Thälmann-Straße. Für die Dresdner ist der Kulturpalast häufig mit amüsanten Veranstaltungen verbunden. Tanzstundenbälle, Dixiland, Konzerte von Adamo, Opern oder beliebt bei den Kleinsten, die Brückenmännchenaufführungen. Das Progamm im Kulti konnte sich sehen lassen! Die Palette umfasste alle Genre der Bühnenkultur.

Nach der Wende stellte sich wieder die Frage, wie umgehen mit dem politischen Erbe der Stadt? Der Aufbau des Neumarktes war beschlossene Sache, es entstand ein neues historisierendes Zentrum rund um die Frauenkirche in  Dresden. Der Kulturpalast, von den Einen als störender Kasten zum Abriss frei gegeben, kämpften Andere, unter ihnen der Architekt Wolfgang Hänsch, um den Erhalt dieser Architektur. Letztendlich wurde das Haus baupolizeilich gesperrt, später unter Denkmalschutz gestellt und die Neunutzung im Dresdner Stadtrat als gemischtes Gebäude für die Dresdner Philharmonie, das Kabarett „Die Herkuleskeule“ und die Stadtbibliothek Dresden beschlossen. Dr. Bruno Flierl, ein bekannter Architekt aus Berlin, der sich nach der Wende stark für den Erhalt von DDR-Architektur in verschiedenen Städten einsetze, sieht diese Nutzung mit gemischten Gefühlen. Doch zuversichtlich, freut er sich über die Bewahrung des Gebäudes und meint: „Die zukünftige Nutzung durch Dresdner entscheidet, ob die Mischung gelungen ist!“

Die Ausstellung gliedert sich in acht Abteilungen. Der erste Raum „Eine Dominante muss her“ beschäftigt sich mit dem Wiederaufbau des Stadtzentrums. Die Debatte von 1946 „Das neue Dresden“ wird erklärt und Modelle von Dresdner Architekturstudenten verdeutlichen die Diskussion. „Die große Unsicherheit“ ist der zweite Raum übschrieben. Der Wettbewerb „Haus der sozialistischen Kultur“ 1968 zeigt die Pläne und Ideen. Es folgt „Es wird gebaut“ mit der Umsetzung der Pläne durch des Kollektiv Hänsch am Altmarkt. „Veranstaltungen im Kulturpalast“ lässt Erinnerungen an vergangene vergnügliche Stunden wach werden mit alten Plakaten von 1969 bis 1991. Der nächste Raum widmet sich der „Kunst im Kulturpalast“. Vielen bekannt ist „Der Weg der Roten Fahne“ von Bonzin. Die Diskussion um den Umbau im Kulturpalst nach 1989 und der „Wettbewerb um die Neugestaltung“, aus der das Architekturbüro GMP als Gewinner hervor ging beebdet die Geschichte des Haueses. Die Neugestaltung wird lebendiger, wenn man die „Nachbarn des Kulturpalastes“ mit in Betracht zieht. Der „Fresswürfel“ am Postplatz wurde abgerissen, zugunsten eines langweiligen Neubaus den heute SAP nutzt. In der DDR gab es 270 Kulturhäuser. Zuerst wurden sie in der Nähe von Betrieben gebaut. In der Abteilung „Brüder und Schwestern“ wird das Schicksal anderer Kulturpaläste in der DDR kurz angerissen.

Wer noch mehr über die Geschichte der Nachkriegsbauten in Dresden und die Gestaltung der Stadt nach der Zerstörung im Krieg und die Diskussionen nach der Wende erfahren will, begleitet uns auf die Architekturführung Dresden.